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Graben

Erleben Sie 'Dig' von Gilbert & George – eine lebendige Erkundung von Identität, Performance und modernem Leben durch eindrucksvolle fotografische Skulpturen. Ein fesselndes Werk aus der Ginkgo Pictures Serie.

Entdecken Sie Gilbert & George (geb. 1943 & 1942), revolutionäre Künstler berühmt für ihre lebendigen 'Bearded Pictures', Performancekunst und provokante Erkundungen des modernen Lebens. Pioniere der fotobasierten Skulptur.

Giclée / Kunstdruck

Giclée- oder Leinwanddruck in Museumsqualität mit schneller Produktion und flexiblen Veredelungsoptionen.

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Eckdaten auf einen Blick

  • Influences: Ginkgo biloba
  • Subject or theme: Everyday life, London
  • Location: Not on display
  • Dimensions: 213 x 253 cm
  • Artistic style: Photo-based sculpture
  • Notable elements: Halving, doubling imagery
  • Artist: Gilbert & George

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
What is the primary subject matter depicted in Gilbert & George’s ‘Dig’?
Frage 2:
The ‘Ginkgo pictures’ series, including ‘Dig’, is characterized by which visual element?
Frage 3:
What is the significance of the ‘Ginkgo’ leaf motif within the ‘Ginkgo pictures’ series?
Frage 4:
Gilbert & George’s artistic practice is often described as challenging which aspect of traditional art conventions?
Frage 5:
In what year was ‘Dig’ created as part of the ‘Ginkgo pictures’ series?

Beschreibung des Sammlerstücks

Die Entstehung eines Dialogs: Gilbert & Georges „Dig“

Gilbert & Georges „Dig“, geschaffen im Jahr 2005, ist weit mehr als nur eine Fotografie; es ist ein akribisch konstruiertes Tableau vivant, ein eingefrorener Moment, der die Essenz einer gemeinsamen Existenz einfängt. Entstanden im Herzen des Londoner East End – einem Schmelztiegel des urbanen Lebens und künstlerischen Experimentierens – verkörpert dieses Werk den unverwechselbaren Stil des Duos: kühne grafische Bildsprache, kontrastiert mit intimen Porträts, die den Betrachter in ihre Welt der direkten Beobachtung und kompromisslosen Ehrlichkeit einladen. Das Werk lenkt den Blick sofort auf seine zentralen Figuren – zwei Männer, die nah beieinander stehen, sich fast berühren und dennoch eine deutliche Trennung bewahren. Diese bewusste Ambiguität ist entscheidend; es handelt sich weder um eine romantische Umarmung noch um eine familiäre Verbindung, sondern vielmehr um die visuelle Darstellung eines komplexen, fortwährenden Dialogs – ein ständiges Aushandeln zwischen individueller Identität und kollektiver Erfahrung.

  • Die Komposition: Das halbierte Bild etabliert sofort ein Gefühl der Dualität. Jeder Mann nimmt die Hälfte des Rahmens ein, spiegelt den anderen wider und bleibt dennoch eigenständig. Diese Teilung reflektiert den eigenen kollaborativen Prozess von Gilbert & George – zwei Geister, zwei Perspektiven, die zu einer einzigen künstlerischen Einheit verschmelzen.
  • Farbe und Licht: Die karge Schwarz-Weiß-Palette verstärkt die Wirkung der Formen und Texturen der Figuren. Sie streift jegliches überflüssige Detail ab und zwingt den Betrachter, sich auf die unmittelbare Präsenz der Subjekte zu konzentrieren. Die Beleuchtung ist sorgfältig kontrolliert und erzeugt starke Schatten, welche die Physis der Männer betonen und eine Ebene dramatischer Intensität hinzufügen.
  • Symbolik: Das Ginkgo-Blatt, ein wiederkehrendes Motiv in der Serie „Ginkgo Pictures“, verankert das Bild subtil in einem breiteren symbolischen Rahmen. Der Ginkgo-Baum, bekannt für seine Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit, repräsentiert die Beständigkeit ihrer Partnerschaft – ein Zeugnis ihrer Fähigkeit, Herausforderungen zu trotzen und über Jahrzehnte hinweg eine konsistente künstlerische Vision aufrechtzuerhalten.

Ein Spiegel des Lebens im East End: Kontext und Einfluss

Um „Dig“ zu verstehen, muss man den soziokulturellen Kontext würdigen, aus dem es hervorgegangen ist. Das Werk von Gilbert & George ist untrennbar mit der lebendigen, oft rauen Realität des Londoner East End im späten 20. Jahrhundert verbunden. Sie wählten diesen Ort bewusst als ihr künstlerisches Zuhause und lehnten den Elitismus und die Distanz der traditionellen Kunstwelt ab. Ihre Motive – oft sie selbst, manchmal junge Männer aus der Nachbarschaft – werden mit einer rohen Ehrlichkeit präsentiert, die konventionelle Vorstellungen von Schönheit und Repräsentation herausfordert. „Dig“ ist kein idealisiertes Porträt; es ist eine Momentaufnahme des Alltags, durchdrungen von Unmittelbarkeit und Authentizität. Das Werk spiegelt den dokumentarischen Stil wider, der in ihren früheren Arbeiten vorherrschte, und fängt flüchtige Momente der Interaktion und Beobachtung ein.

Die Serie „Ginkgo Pictures“, zu der „Dig“ gehört, wurde für ihre Einzelausstellung im britischen Pavillon der Biennale Venedig 2005 konzipiert – ein entscheidender Moment, der ihre unverwechselbare Ästhetik einem internationalen Publikum präsentierte. Die Wahl des Ginkgo-Baums als zentrales Symbol spiegelt die Faszination der Künstler für Symmetrie und Balance wider – eine visuelle Sprache, die sie in ihrem Werk konsequent anwenden.

Die Technik: Eine kalkulierte Inszenierung

Obwohl es oberflächlich betrachtet schlicht erscheint, ist „Dig“ das Ergebnis eines höchst durchdachten Prozesses. Gilbert & George richten die Kamera nicht einfach auf eine Szene; sie arrangieren ihre Subjekte, das Licht und die Komposition akribisch, um eine spezifische Wirkung zu erzielen. Die Fotografie wurde mit einer Großformatkamera aufgenommen, was eine außergewöhnliche Detailtiefe und Kontrolle über die Schärfentiefe ermöglichte. Die Künstler selbst beteiligen sich oft an der Inszenierung, um sicherzustellen, dass jedes Element zur Gesamterzählung beiträgt. Dieser bewusste Ansatz unterstreicht ihre Überzeugung, dass Kunst nicht nur darin besteht, die Realität einzufangen, sondern sie zu formen – ein visuelles Statement zu schaffen, das über das Alltägliche hinausgeht.

  • Kollaboration: Der gesamte Prozess – von der Konzeption bis zur Ausführung – ist eine gemeinschaftliche Anstrengung zwischen Gilbert und George, die ihre geteilte künstlerische Vision widerspiegelt.
  • Beleuchtung: Die präzise Lichtsteuerung ist entscheidend für die Wirkung der Fotografie; sie erzeugt dramatische Schatten und hebt Schlüsselmerkmale der Gesichter und Körper der Subjekte hervor.
  • Bildgestaltung: Das sorgfältige Framing des Bildes – die Verwendung von Halbierung und Verdopplung – verstärkt das Thema der Dualität und der gemeinsamen Existenz.

Emotionale Resonanz: Ein Porträt gemeinsamer Menschlichkeit

Jenseits seiner formalen Elemente besitzt „Dig“ eine tiefe emotionale Resonanz. Es ist keine monumentale Proklamation über Kunst oder Gesellschaft, sondern eine stille Meditation über die menschliche Verbindung – über die Art und Weise, wie wir durch gemeinsame Erfahrungen und gegenseitige Anerkennung zueinander finden. Die Figuren auf der Fotografie scheinen in Gedanken versunken, gefangen in einem wortlosen Dialog, der über Sprache hinausgeht. Es herrscht ein Gefühl von Verletzlichkeit und Intimität, das den Betrachter dazu einlädt, über die eigenen Beziehungen und die Komplexität menschlicher Interaktion nachzusinnen. „Dig“ dient letztlich als kraftvolle Erinnerung daran, dass selbst inmitten des urbanen Chaos Momente echter Verbundenheit gefunden werden können – oft an den unerwartetsten Orten.


Biografie des Künstlers

Frühes Leben und Ausbildung

  • Gilbert Prousch: Geboren am 17. September 1943 in St. Martin in Thurn, Italien, wuchs Gilbert Prousch (manchmal auch als Gilbert Proesch bezeichnet) auf und sprach Ladin als Muttersprache. Er erhielt eine formale Kunstausbildung an der Sëlva School of Art in Val Gardena, Österreich, gefolgt von Studien an der Hallein School of Art und der Akademie der Kunst in München, bevor er nach England zog.
  • George Passmore: George Passmore wurde am 8. Januar 1942 in Plymouth, Großbritannien geboren und hatte einen weniger konventionellen Bildungsweg. Er verließ die reguläre Schule im Alter von fünfzehn Jahren und setzte seine Kunststudien am Dartington College of Arts und der Oxford School of Art fort.
  • Begegnung und Zusammenarbeit: Der entscheidende Moment in ihrem künstlerischen Werdegang ereignete sich am 25. September 1967, als beide Bildhauerstudenten an der Saint Martin's School of Art waren. Sie bildeten schnell eine kollaborative Partnerschaft, die über fünf Jahrzehnte andauert.

Künstlerische Entwicklung und Stil

  • Lebende Skulptur: Im Jahr 1967 konzipierten Gilbert & George die Idee der „lebenden Skulptur“, die traditionelle Kunstbegriffe in Frage stellte, indem sie sich selbst als das Kunstwerk erklärten. Dies beinhaltete die Verschmelzung ihrer Leben zu einem einzigen künstlerischen Ausdruck.
  • Frühe Performances: Ihre anfänglichen Performances, wie z. B. „The Singing Sculpture“ (1969), waren unkonventionell und provokativ. Sie bedeckten sich mit metallischen Pulvern und führten Lieder auf, während sie auf Tischen standen, wodurch die Grenzen zwischen Kunst und Leben verschwammen.
  • Formelles Erscheinungsbild: Ein definierendes Merkmal von Gilbert & George ist ihre beständige formelle Kleidung – tadellos geschnittene Anzüge, die zu einem Markenzeichen ihrer künstlerischen Persona geworden sind. Diese bewusste Präsentation steht im Kontrast zum oft herausfordernden Inhalt ihrer Arbeit.
  • Die Bilder: Sie sind bekannt für ihre großformatigen fotobasierten Arbeiten, die als „The Pictures“ bezeichnet werden. Diese entwickelten sich von Schwarzweißbildern zu lebendigen Farben, Gittern und provokativen Motiven. Ihr künstlerischer Stil verbindet Elemente des Surrealismus, der Pop Art und der Konzeptkunst.

Themen und Hauptwerke

  • Provokatives Thema: Gilbert & George scheuen sich nicht vor kontroversen Themen in ihrer Kunst, darunter Religion, Patriotismus, Sexualität, Identität, Machtdynamik und gesellschaftliche Tabus. Sie verwenden oft schockierende Bilder und explizite Sprache, um konventionelle Normen herauszufordern.
  • Bemerkenswerte Werke: Zu ihren bedeutenden Werken gehören „George the Cunt and Gilbert the Shit“ (1969), die Kritik kühn vorwegnahmen, indem sie sich selbst bezeichneten; “The Gate of Hell”, “The Family” und “Dig”.
  • Fokus auf Ostlondon: Ihre Arbeit ist tief in ihrem langjährigen Wohnsitz in East London, insbesondere Spitalfields, verwurzelt. Sie betrachten die Gegend als ein Mikrokosmos breiter gesellschaftlicher Probleme und stellen häufig ihre Bewohner und das Stadtbild dar.
  • Das Gilbert & George Centre: Im April 2023 eröffneten sie das Gilbert & George Centre in der Heneage Street, London E1, das der Präsentation ihrer Arbeit durch regelmäßige Ausstellungen gewidmet ist.

Anerkennung und historische Bedeutung

  • Auszeichnungen und Nominierungen: Im Laufe ihrer Karriere haben Gilbert & George zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter Nominierungen für den Turner Prize sowie Preise wie den South Bank Show Award und den Lorenzo il Magnifico Award.
  • Museumssammlungen: Ihre Kunstwerke befinden sich in renommierten Museumssammlungen auf der ganzen Welt, darunter die Tate Britain, das Victoria and Albert Museum und das Museum of Contemporary Art in Los Angeles.
  • Einfluss auf die zeitgenössische Kunst: Gilbert & George gelten als äußerst einflussreiche Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst. Sie stellten traditionelle künstlerische Grenzen in Frage, waren Pioniere der Performancekunst und ebneten den Weg für neue Ausdrucksformen.
  • Vermächtnis: Ihre anhaltende Zusammenarbeit und ihr unerschütterliches Engagement für ihre einzigartige künstlerische Vision haben ihren Platz als eines der wichtigsten und innovativsten Künstlerduos des 20. und 21. Jahrhunderts gefestigt. Sie provozieren, inspirieren und fordern das Publikum weiterhin mit ihrer kühnen und kompromisslosen Arbeit heraus.
Gilbert & George

Gilbert & George

1943 - , Italien

Kurzinfos

  • Bemerkenswerte Werke:
    • The Gate of Hell
    • The Family
    • Dig
  • Geburtsdatum: 1943 & 1942
  • Geburtsort (Stadt, Land): San Martín de Tor, Italien
  • Künstlerische Bewegung/Stil: Pop Art, Surrealismus
  • Nationalität: Italienisch & Britisch
  • Vollständiger Name: Gilbert & George
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