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Loki
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Hermann Ernst Freund’s “Loki” stands as a compelling testament to the burgeoning Romantic movement’s fascination with ancient mythology, specifically the complex and often contradictory narratives of Norse lore. Crafted in Rome during a pivotal decade of his artistic development – 1818-1820 – this bronze sculpture transcends mere representation; it embodies a potent distillation of Loki's character: cunning trickster, shapeshifter, and harbinger of chaos, yet simultaneously imbued with an unsettling intelligence and a hint of tragic vulnerability. Freund’s decision to focus on this notoriously ambiguous figure speaks volumes about the era’s shifting artistic sensibilities – a move away from the rigid formality of Neoclassicism towards a more emotionally charged exploration of folklore and the darker aspects of human nature.
The sculpture’s power lies not only in its subject but also in Freund's masterful manipulation of bronze – a medium he expertly wielded throughout his career. The figure is rendered with remarkable anatomical detail, capturing the muscularity and coiled energy of Loki mid-pose. Note the deliberate roughness of the surface, achieved through careful polishing and patination; this textural contrast emphasizes the figure’s physicality while simultaneously hinting at an underlying sense of unease. The drapery, flowing and dynamic, is sculpted with a remarkable degree of realism, suggesting both movement and a subtle suggestion of concealment – mirroring Loki's ability to blend seamlessly into various roles.
Technique: The bronze casting process itself contributes significantly to the sculpture’s impact. The inherent qualities of the metal—its weight, its capacity for detail, and its potential for surface treatment—are fully exploited by Freund, creating a work that is both imposing and intimate.Loki's pose – seated, one leg extended, head turned in a gesture of deliberate observation – immediately conveys his characteristic cunning. The subtle suggestion of a smirk plays upon the viewer’s expectations, inviting speculation about his intentions. The presence of wings, a clear reference to Norse mythology, reinforces his status as a supernatural being, capable of transformation and wielding considerable power. However, it is not merely a depiction of brute force; there's an element of calculated strategy in Loki’s stance, reflecting his role as a master manipulator.
“Loki” is more than just a sculpture; it’s an evocation of the complexities inherent in Norse mythology – a world populated by gods and giants, heroes and monsters, where fate is often capricious and morality ambiguous. Freund's work captures this spirit with remarkable sensitivity, inviting viewers to contemplate the nature of trickery, intelligence, and the enduring power of myth. Reproductions of this piece offer a tangible connection to a pivotal moment in Romantic art history, allowing us to experience firsthand the artistic vision of a sculptor who dared to delve into the shadowy depths of Norse legend. It remains a potent symbol of both the allure and the danger inherent in embracing the unknown.
Hermann Ernst Freund (1786–1840) war ein deutscher Bildhauer, der in Dänemark lebte und für seine bahnbrechenden Arbeiten zum nordischen Mythos sowie vor allem für den ambitionierten *Ragnarök-Friese* bekannt wurde. Er wurde in der Nähe von Bremen, Deutschland, geboren und begann zunächst als Schmied ausgebildet zu werden, bevor er sich der Welt der Kunst widmete. Er studierte an der Kunstakademie Kopenhagen, wo sein Talent schnell durchsetzungsfähig war und ihm alle vier Silber- und Goldmedaillen einbrachte.
Nach seinem Abschluss unternahm Freund eine zehnjährige Reise nach Rom (1810–1820). Diese Zeit erwies sich als entscheidend für seine künstlerische Entwicklung. Er wurde der engste Mitarbeiter des renommierten Bildhauers Bertel Thorvaldsen und erfuhr so wertvolle Erfahrungen und verfeinerte seine Fähigkeiten. Seine Arbeiten aus dieser Zeit, wie zum Beispiel das Marmorbüst von Bernhard Severin Ingemann (1820), zeigen eine klare Einwirkung des neoklassischen Stils von Thorvaldsen.
Nach seiner Rückkehr nach Dänemark zeichnete sich Freund als einer der ersten Verfechter des romantischen Nationalismus aus. Er war der erste dänische Bildhauer, der sich aktiv mit Themen aus der nordischen Mythologie auseinandersetzte und zwischen 1822 und 1829 eine Reihe von zwölf Statuetten schuf. Dazu gehörten überzeugende Darstellungen von Figuren wie Loki (1822), Odin (Bronze, 1827) und Thor (1829). Sein Ansatz verband geschickt die Pracht der antiken griechischen und römischen Mythologie mit deutlich nordischer Themenauswahl.
Im Jahr 1829 wurde Freund zum Professor an der Akademie ernannt, was seine Position in der dänischen Kunstwelt festigte. Inspiriert von seinen Reisen nach Süditalien ließ er sein offizielles Haus, Materialgaard, im pompejanischen Stil dekorieren. Er betreute mehrere junge Künstler, darunter Georg Hilker, Heinrich Eddelien, Constantin Hansen und Christen Købke, die bei der Dekoration von Materialgaard auf Grundlage von Freunds Entwürfen halfen.
Hermann Ernst Freund spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der dänischen Bildhauerkunst im Goldenen Zeitalter. Seine bahnbrechende Erforschung der nordischen Mythologie revitalisierte nicht nur die nationale künstlerische Identität, sondern schuf auch ein einzigartiges und dauerhaftes Vermächtnis. Die größte Sammlung seiner Werke befindet sich im Glyptotek in Kopenhagen, wo sie zukünftigen Generationen ermöglicht, seine Beiträge zur Kunstgeschichte zu würdigen. Er bleibt eine wichtige Figur für das Verständnis der Begegnung von Neoklassizismus, Romantik und Nationalidentität im 19. Jahrhundert dänischer Kunst.
1786 - 1840 , Deutschland
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