Verkaufen Sie Ihre Kunst
Wunschliste Warenkorb Cart

Francesco Di Antonio Del Chierico

1433 - 1484

Kurzbiografie

  • Works on APS: 7
  • Died: 1484
  • Lifespan: 51 years
  • Born: 1433, Florenz, Italien
  • Copyright status: Public domain
  • Mehr Details anzeigen
  • Nationality: Italien
  • Art period: Renaissance
  • Top 3 works:
    • San Giovanni Baptist baptizing the crowds
    • Annunciation, gradual building
    • Vision of Saint Bernard in sermones in cantica canticorum of Saint Bernard and gilberto Hoyland
  • Top-ranked work: San Giovanni Baptist baptizing the crowds

Francesco di Antonio del Chierico war ein Meister der Buchmalerei der frühen Renaissance in Florenz. Sein künstlerischer Weg begann als Goldschmied, bevor er seine Berufung in der Welt der Illustration fand und zu einem herausragenden Illustrator aufstieg. Als Schüler des Fra Angelico erlangte er große Berühmtheit und wurde zum bevorzugten Illuminator von Lorenzo de' Medici. Er arbeitete unter den prestigeträchtigsten Mäzenen seiner Zeit, darunter Lorenzo de' Medici – auch bekannt als Lorenzo il Magnifico –, Piero de’ Cosimo de' Medici, Cosimo il Vecchio und Vespasiente da Bisticci. Sein Ruf gründete sich auf meisterhaft ausgeführte Illustrationen in unterschiedlichsten Formaten, die von zarten Stundenbüchern bis hin zu imposanten Chorbüchern reichten. Seine Werke zeichnen sich durch kunstvolle Blumenarrangements, Putten und prachtvolle Kandelaber aus, wobei er sowohl die Ränder der Manuskripte als auch ganze Seiten mit höchster Präzision verzierte.
Die Arbeiten von Francesco werden oft mit denen der Brüder Pollaiuolo und Domenico Veneziano verglichen. Besonders bekannt ist er für seine Beiträge zu den Disputationes Camaldulenses von Cristoforo Landino, insbesondere durch die zwei Profilporträts von Federico da Montefeltro und einer noch nicht identifizierten Gestalt. In seinem späteren Leben wird vermutet, dass er der Lehrmeister von Francesco Rosselli war, was durch starke stilistische Ähnlichkeiten untermauert wird. Aufgrund der Vielzahl an Künstlern mit dem Namen Francesco di Antonio oder Francesco del Chierico im Italien des 15. und 16. Jahrhunderts kommt es in der Forschung gelegentlich zu Verwechslungen.
Der Übergang vom Goldschmied zum Buchmaler war für Francesco ein natürlicher Schritt, da die Ausbildung eines Goldschmieds darin bestand, feinste Details zu erschaffen – eine Fähigkeit, die sich perfekt auf die Illustration winziger Bücher übertragen ließ. Über seine Kindheit oder den genauen Moment seines Beginns als Illuminator liegen keine gesicherten Informationen vor, doch seine Kreativität in der Detailarbeit ist unverkörglichbar. Ein glänzendes Beispiel ist das Stundenbuch von Lorenzo dem Prächtigen und Clarice Orsini, in dem er astrologische Symbole integrierte, die jedem Familienmitglied entsprachen. Diese Aufmerksamkeit für die Persönlichkeiten der Medici sicherte ihm fortwährende Aufträge. Zudem offenbart sein Werk ein tiefes Verständnis antiker römischer Vorbilder. Im 15. Jahrhundert waren römische Kunstwerke zwar populär, aber oft nur durch Beschreibungen oder Kopien bekannt; nur die Elite der Künstler hatte Zugang zu den Originalen. Francesco jedoch gelang es, die klassische Antike in seinen floralen Mustern und den zahlreichen Putten – jenen kleinen, nackten Engelsgestalten – lebendig werden zu lassen. Seine Kühnheit zeigt sich zudem in der Verwendung einer seltenen Aquarell-Skizzentechnik.
Interessanterweise war Francesco in der Compagnia di San Paolo in Florenz eingeschrieben, einer Zunft für Ärzte und Apotheker. Da es damals noch keine spezifische Künstlerzunft gab, siedelten sich viele Künstler hier an, da sie ihre Pigmente ohnehin bei den Apothekern bezogen. Diese Zünfte sind heute wertvolle historische Quellen, da sie akribisch dokumentierten, wer ihnen angehörte und welche Werke geschaffen wurden.
Stilistisch wird Francesco oft mit den Pollaiuolo-Brüdern in Verbindung gebracht. Während Antonio Pollaiuolo für seine anatomische Präzision berühmt war, weisen die Landschaften Francescos eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit den Werken Antonios auf, was etwa in der Komposition der Drei Marien am Grab deutlich wird. Auch zu Piero Pollaiuolo fand Francesco Inspiration; in seinen Disputationes findet sich ein Teppichmuster, das exakt jenem entspricht, den Piero auf einem Thron verwendete. Die Kunsthistorikerin Annaroza Garzelli vergleicht zudem die Luminosität seines Stils mit der von Domenico Veneziano.
Das Spektrum der von Francesco illustrierten Bücher war enorm breit und umfasste literarische, wissenschaftliche, historische und religiöse Themen. Er fertigte Werke für den bedeutenden Buchhändler Vespasiano da Bisticci an, der wiederum Aufträge für die großen Hofbibliotheken Europas erhielt – etwa für Ferdinand I. von Neapel, Ludwig XI. von Frankreich oder Matthias Corvinus, den König von Ungarn. Letzterer beherbergte Francescos Werk in der Bibliotheca Corviniana, der ersten großen humanistischen Bibliothek außerhalb Italiens. Bereits im Jahr 1456 schuf Francesco sein erstes Werk für ein Petrarca-Manuskript, was durch die Dokumente der Zunft Compagnia di San Paolo belegt ist.

mehr...