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1974
48.0 x 17.0 cm
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Robert Klippel, geboren am 19. Juni 1920 in Potts Point, Sydney, besaß von klein auf eine angeborene Neigung zum Konstruktiven. Diese frühe Faszination entsprang keiner formalen künstlerischen Ausbildung, sondern vielmehr der praktischen Freude am Erschaffen – insbesondere dem Bau von Modellschiffen. Dies waren keine bloßen Spielzeuge; es waren akribisch gefertigte Repräsentationsstücke, die aus einer Kindheitserinnerung an eine Fährfahrt im Sydney Harbour hervorgingen und eine lebenslange Leidenschaft für Form und Struktur entfachten. Dieser anfängliche Impuls sollte sich auf unerwartete Weise mit seinen Kriegserfahrungen verweben. Mit dem Eintritt in die Royal Australian Navy im Jahr 1939 fand Klippel sich nicht als Kämpfer, sondern als Modellbauer in der Marineartillerie wieder, wo er mit der Erstellung von Miniaturflugzeugen und -schiffen für Trainingszwecke betraut war. Diese Zeit verfeinerte seine technischen Fähigkeiten und vermittelte ihm ein tiefes Verständnis für räumliche Beziehungen – ein Fundament, das für sein späteres künstlerisches Schaffen entscheidend sein sollte.
Obwohl er sich nach dem Krieg kurzzeitig für ein Skulpturenstudium am East Sydney Technical College einschrieb, empfand Klippel die Einschränkungen der traditionellen Ausbildung bald als einengend. Er sehnte sich nach einer Erkundung jenseits etablierter Normen, was ihn 1947 nach London und später nach Paris führte, auf der Suche nach dem Eintauchen in die aufstrebende modernistische Kunstszene. In diesen prägenden Jahren begegnete er James Gleeson, einer Schlüsselfigur des australischen Surrealismus, mit dem er eine bedeutende gemeinsame Schnitzarbeit begann – ein Werk mit dem Titel „Madame Sophie Sesostoris“ (1947-48). Dieses Stück, voller präraffaelitischer Satire und surrealistischer Untertöne, markierte einen frühen Vorstoß in das komplexe Zusammenspiel von organischen und mechanischen Formen, welches seine gesamte künstlerische Laufbahn definieren sollte.
Klippels Zeit in Europa war transformativ. Er absorbierte die Ideen von Picasso und anderen modernistischen Meistern und setzte sich mit den Prinzipien des Konstruktivismus auseinander, während er gleichzeitig in die unbewussten Welten eintauchte, die von André Breton und den französischen Surrealisten erforscht wurden. Nach seiner Rückkehr nach Australien im Jahr 1950 verfeinerte er seine technischen Fähigkeiten durch Abendkurse in den Bereichen Schweißen, Feinzinnlöten und Blechbearbeitung – Fertigkeiten, die neue Möglichkeiten für den skulpturalen Ausdruck eröffneten. Er übernahm nicht einfach nur Techniken; er schmiedete eine einzigartige visuelle Sprache. Seine Skulpturen begannen sich von der figürlichen Darstellung hin zur Abstraktion zu bewegen, getrieben von dem Ehrgeiz, die scheinbar gegensätzlichen Kräfte des organischen Lebens und der mechanischen Präzision zu synthetisieren.
Ein Aufenthalt in New York in den späten 1950er Jahren erwies sich als ebenso einflussreich. Hier entdeckte Klippel das enorme Potenzial von „Junk“-Materialien – weggeworfene Metallobjekte, die mit einer eigenen Geschichte und Charakteristik behaftet waren. Diese Fundstücke wurden nicht bloß wiederverwendet; sie wurden in streng abstrakte Assemblagen integriert, die von einer fast biologischen Energie pulsierte. Er sah Schönheit im Verdrängten und fand in ihnen die rohen Bestandteile für seine Vision eines dynamischen Zusammenspiels zwischen Natur und Technologie.
Von 1963 bis zu seinem Tod im Jahr 2001 lebte Klippel dauerhaft in Sydney und errichtete ein Zuhause und Atelier in Birchgrove, wo er mit unerschütterlicher Hingabe arbeitete. Er bewahrte eine bemerkenswert produktive Arbeitsweise und schuf im Laufe seiner Karriere etwa 1 130 Skulpturen und eine erstaunliche Zahl von 5 000 Zeichnungen. Seine Verbindung zur Watters Gallery – und deren Direktoren Frank Watters und Geoffrey Legge – war maßgeblich daran beteiligt, sein Werk einem breiteren Publikum zu präsentieren.
Neben seiner künstlerischen Praxis war Klippel ein engagierter Lehrer, der Positionen an verschiedenen Institutionen, darunter der National Art School, innehatte. Er versuchte nicht, seinen Studenten einen spezifischen Stil aufzuzwingen, sondern ermutigte sie vielmehr, ihre eigenen kreativen Impulse zu erforschen und eine persönliche visuelle Vokabel zu entwickeln. Seine pädagogische Philosophie spiegelte seinen künstlerischen Ansatz wider – eine Verpflichtung zur Experimentierfreude, zur Innovation und zum Streben nach individuellem Ausdruck.
Robert Klippel gilt weithin als Australiens bedeutendster Bildhauer, ein Titel, den er sich durch Jahrzehnte konsequenter künstlerischer Erkundung und eine unerschütterliche Hingabe an seine einzigartige Vision verdient hat. Seine Skulpturen sind nicht bloß Objekte; sie sind kompleinierte Metaphern für die Spannungen und Harmonien, die dem modernen Leben innewohnen – eine Synthese aus organischem Wachstum und mechanischer Struktur. 1988 wurde er mit dem Order of Australia ausgezeichnet, als Anerkennung für seinen bedeutenden Beitrag zur kulturellen Landschaft der Nation.
Sein Werk überschreitet nationale Grenzen und findet durch seine universellen Themen und den innovativen Einsatz von Materialien beim internationalen Publikum Anklang. Kritiker haben Parallelen zwischen Klippels Skulpturen und denen von David Smith gezogen und ihm so seinen Platz unter den wichtigsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts zugestanden. Klippels Vermächtnis liegt nicht nur in der schieren Menge und Qualität seines Werkes, sondern auch in seiner Fähigkeit, weggeworfene Objekte in eindringliche Statements über die menschliche Existenz zu verwandeln – ein Zeugnis für die Macht der Vorstellungskraft und die dauerhafte Schönheit, die im Unerwarteten zu finden ist.
1920 - 2001 , Australien
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